Ausbildung statt Ausbeutung - Für faire Bedingungen im Praktischen Jahr des Medizinstudiums

Die Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF) unterstützt die Forderungen der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) e.V. und der Fachschaft Medizin Göttingen für faire Bedingungen im Praktischen Jahr (PJ). Außerdem weist die ADF auf die aktuelle Online-Petition der bvmd hin, die sich u.a. an das Bundesministerium für Gesundheit und den Medizinischen Fakultätentag richtet.

Auch die Göttinger Medizinstudierenden sind von unfairen Bedingungen im PJ im Universitätsklinikum betroffen. Um den Forderungen nach u.a. einer gerechteren finanziellen Vergütung und zeitlichen Freiräumen für das Selbststudium auch vor Ort in Göttingen Nachdruck zu verleihen, schloss sich daher auch die Fachschaft Medizin der heutigen bundesweit konzertierten Demonstration der bvmd an.

Der Göttinger Fachschaftsrat für Inhaltliches der Medizinischen Fakultät Philip Plättner (ADF) erläutert: „Die derzeitigen Bedingungen sind nicht länger hinnehmbar. Es kann nicht sein, dass Studierende laut Studienordnung mind. 40h/Woche arbeiten müssen, und dafür lediglich mit 400 Euro entlohnt werden, die dann auch noch voll auf das BAföG anzurechnen sind. Krankheitstage werden von den Urlaubstagen abgezogen und neben der Arbeit auf Station müssen wir uns auch auf den Dritten Teil der Ärztlichen Prüfung unseres Studiums vorbereiten.“ Daher fordere die Fachschaft Medizin Göttingen eine drastische Verbesserung der Bedingungen. „Damit Medizinstudierende wieder ohne Existenzängste herausragende Lehre im Praktischen Jahr deutschlandweit bekommen können“, so Plättner, der auch die heutige Demonstration in Göttingen mitorganisierte.

„Als Hochschulgruppe von Studierenden für Studierende wird sich die ADF in der Universität und dem Universitätsklinikum Göttingen dafür einsetzen, dass die Forderungen der bvmd in Göttingen realisiert werden, und bieten der Fachschaft Medizin gerne unsere Unterstützung an,“ so Anika Bittner, Spitzenkandidatin der ADF für den Senat bei den aktuell stattfindenden Hochschulwahlen. Die ADF wird in die morgige Sitzung des Studierendenparlamentes eine Resolution per Dringlichkeitsantrag einbringen, nach der sich die Studierendenschaft mit den Medizinstudierenden solidarisiert und die Forderungen für ein gerechteres PJ ausdrücklich unterstützt.

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PM: Ausbildung statt Ausbeutung - Für faire Bedingungen im PJ des Medizinstudiums
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PM: Passivität des MWK schürt das Wohnraumproblem für GöttingerStudierende weiter

Die Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF) der Universität Göttingen fordert das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) dazu auf, endlich die Wohnraumnot für die Studierenden in Göttingen zu mildern. Dazu müssen die finanziellen Zuwendungen an die Studentenwerke und die Sondermittel für den Bau und die Sanierung von Wohnheimen erhöht werden! Die Höhe der Zuweisungen stagniert seit Jahren, die Sondermittel sollen sogar gestrichen werden.

Eine nachhaltige Lösung kann nur mit zusätzlichem Wohnraum durch das Studentenwerk geschaffen werden, weil sich Studierende gegenüber Berufstätigen auf dem freien Wohnungsmarkt in Göttingen nur schwer durchsetzen können und auch sozialer Wohnraum nur begrenzte Kapazitäten hat, um die eine Vielzahl ökonomisch schwächer gestellter Gruppen konkurrieren.

In einem Brief an Minister Thümler hatte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Göttingen bereits im Oktober vor dem Mangel an studentischem Wohnraum gewarnt und darauf hingewiesen, dass keine Strategie für die Sicherung des Wohnraums für Studierende im Handeln der Landesregierung erkennbar sei. Man forderte eine bessere Finanzierung der Studentenwerke sowie eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern von Städten, Universitäten und Studierendenschaften unter Leitung des MWK. Leider entsprach das MWK keiner der Forderungen und verwies auf eine Reihe kleinerer Fördermaßnahmen (u.a. die Finanzierung von 64 neu geschaffenen Wohnheimsplätzen in Göttingen), die allerdings nach Auffassung der ADF keine wirkliche Durchsetzungskraft erzielen.

„Herr Thümler muss sich endlich der Wohnraumproblematik in Göttingen annehmen und das nicht nur aus sozialer Verantwortung, sondern auch und vor allem, um die Zukunftsfähigkeit des Landes zu sichern“, fordert Rene Rahrt, der für die ADF als Vorsitzender des AStA der Universität Göttingen aktiv ist. „Göttingen als wichtige traditionelle Breitenuniversität ist von zentraler Bedeutung für das Land Niedersachsen und daher ist die Passivität des MWK in dieser Problematik absolut nicht nachvollziehbar. Wir fühlen uns im Stich gelassen!“, bedauert Rahrt weiterhin.

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